Erster Pressebeitrag von "Solar Professional" über unsere Dienstleistung aus der Luft

von Mathias Leske

25.03.2014 Von: mgo

PV-Leistungsprüfung aus der Luft 

Im Dezember 2013 sorgte Amazon Gründer Jeff Bezos für Aufsehen, weil er mit unbemannten Flugkörpern Pakete ausliefern wollte. Der Haken an der Idee – es fehlten die Genehmigungen der Luftfahrtbehörden. Es blieb bei symbolischen Lieferungen in speziell gesperrten Luftkorridoren. Das große Gesumme am Himmel durch ausliefernde Drohnen blieb aus. Im Einsatz sind die fliegenden Helfer aber seit geraumer Zeit in der Photovoltaik, zur Leistungsprüfung von großen Photovoltaik Anlagen. Schnell, wendig und eigentlich überall einzusetzen erstellen die unbemannten Flieger in wenigen Stunden optische Analysen eines ganzen Solarparks. „Flying Eyes Germany“ ist ein junges Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, das sich auf die Inspektion von Solaranlagen aus der Luft, mittels Drohnen, spezialisiert hat.

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Oktokopter Schwebeplattform mit Wärmebildkamera im Schwebeflug

Oktokopter Schwebeplattform mit Wärmebildkamera im Schwebeflug © Flying Eyes

Hinter der pfiffigen Firmenbezeichnung „Flying Eyes Germany“ - zu deutsch „fliegende Augen“ - findet sich ein ebenso pfiffiger Unternehmer. Aus persönlicher Erfahrungen mit der eigenen Photovoltaik Anlage und genauer Marktbeobachtung hat er seine Firmenidee entwickelt - die Luftinspektion von Photovoltaik Anlagen. Denn während die politisch getriebene Ausbaubremse für erneuerbare Energien Installateuren und Herstellern existenzbedrohende Umsatzeinbußen gebracht hat, boomt der Bereich Service und Dienstleistungen rund um Solarstromanlagen in Deutschland.

„Die Thermografie aus der Luft ist ein sehr effizientes Werkzeug, um aus optimalem Winkel und in kürzester Zeit, gerade bei Großen PV-Parks, professionelle Ergebnisse zu erzielen“ sagt Mathias Leske, Gründer von Flying Eyes Germany.

Geflogen wird immer zu zweit. Eine Person pilotiert den Kopter, die zweite Person bedient die optischen Geräte am Fluggerät. Die professionelle Bezeichnung für das unbemannte Fluggerät ist „Kopter“. Es ist eine mehrmotorige Schwebeplattform, ausgestattet mit GPS, Kompass, Höhenregler und Datenübertragung. Das Gerät kann automatisch die aktuelle Höhe und Position halten, automatisch Wegpunkte abfliegen und selbstständig zur Startposition zurückkehren. Daten wie Stromverbrauch, Flugzeit, Höhe, Unterspannungswarnung werden ständig an den den Piloten am Boden übertragen.

Flying Eyes Germany setzt einen professionellen 8 motorigen Oktokopter mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera ein. Während des ganzen Fluges werden radiometrische Videoaufnahmen und parallel full HD Filmaufnahmen von der zu kontrollierenden Anlage erstellt. In der Nachbearbeitung und Auswertung werden die Videoaufnahmen in Einzelaufnahmen, mit Radiometrischen Temperaturdaten umgewandelt. Bei besonderen Auffälligkeiten, die bereits beim Flug erkannt werden, erstellt das Team sofort weitere Detailaufnahmen.

Der Oktokopter ist mit GPS, Höhensensor und Waypointflug (Flugroute nach GPS Wegepunkten) ausgestattet. Fluggerät und Kamerasteuerung arbeiten als getrenntes System. Zur Ausrüstung am Boden gehören Videomonitore für Kameraoperator und Kopterpilot, sowie Videobrille und externer Monitor für den Kunden.

Ausgestattet ist das Fluggerät wahlweise mit Thermografie System mit einer Auflösung von 382x288 Pixel, mit 0,04 K Temperaturauflösung und 80 HZ Bildwiederholfrequenz, und  einem kleinen Camcorder GO Pro Hero 3, einer Full HD Videokamera, oder einer digitalen Spiegelreflexkamera für Standbilder. Die Ausstattung zur Visualisierung ist abhängig von den Anforderungen des Auftraggebers. Die Anschaffungskosten für eine Schwebeplattform, wie sie vom vorgestellten Unternehmen eingesetzt wird, belaufen sich auf ca. 40.000 Euro.

„Wird kurz nach Inbetriebnahme einer Anlage die Kontrolle aus der Luft durchgeführt, können Installation- und Montagefehler, sowie Transportschäden frühzeitig festgestellt und reklamiert werden“ betont Mathias Leske. Mit Hilfe der im Kopter montierten Thermografiekamera werden Stringausfälle, auffällige Zellen, Missmatching , Glasbruch aber auch defekte Dioden oder Anschlussdosen gefunden. Zum Erstellung von Stringplänen aus der Luft können Strings im Park absichtlich kurzgeschlossen werden, um die Verschaltung mit Hilfe der Thermografie sichtbar zu machen. Seit 2014 bietet das Unternehmen seinen Kunden auch mobile Elektrolumineszenz-, Leistungs- und Kennlinienmessungen, sowie Reparatur und Austausch defekter Komponenten an.

Im Jahr 2013 überprüfte das Unternehmen insgesamt 35 PV Anlagen mit einer Gesamtleistung von 80 MWp. Davon wurden bei 90 Prozent der geprüften Objekte (31 Anlagen ) thermische Auffälligkeiten festgestellt. In Summe hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 350 Hotspots von mehr als 20K Temperaturunterschied, über 500 defekte Dioden und Anschlusskästen, 55 Module mit Glasbruch (keine Hagelschäden) und 500 KWp an Modulen und Strings, die komplett im Leerlauf oder Kurzschluss waren, bei seinen Prüfungen aus der Luft entdeckt.

Die Auswertung und Dokumentation der Prüfung erfolgt nach Kundenwunsch und Anforderung entweder detailliert mit Einzelbildern zu jeder Auffälligkeit, oder per Übersichtsaufnahme. Für Kunde und Servicepartner wird bei jedem Auftrag eine Auflistung aller Auffälligkeiten, mit Angabe von Feld, Reihe, Position des Fehlers und gemessenen Temperatur der Auffälligkeit erstellt. Mit diesen Angaben findet der Servicepartner schnell die Problemstellen um die notwendigen Reparaturen durchführen zu können.

Flying Eyes Germany arbeitet in allen Ländern der Erde, sofern der Einsatz am Standort der Anlage erlaubt ist. Die Anreise erfolgt bei größeren Parks in Europa mit dem eigenen Wohnmobil. Ansonsten wird vor Ort ein Wohnmobil angemietet. Dadurch ist das Team vor Ort flexibel und kann optimale Licht und Wetterverhältnisse besser ausnutzen. Die Kosten eines Anlagenchecks aus der Luft liegen, abhängig von den Gegebenheiten vor Ort und Aufwand , ab 2 Euro pro KWp.

Das Unternehmen operiert von 4 Standorten in Deutschland. Das reduziert Zeit und die Kosten für die Anreise. Die gesamte Kommunikation und Koordination wird von der Hauptniederlassung in Sachsen Anhalt gesteuert. Neben dem PV-Anlagencheck aus der Luft gehören auch die Überprüfung von Windparks, und Industrieanlagen zum Leistungsangebot der „Flying Eyes Germany“. Außerdem wird der Achtflügler mit Wärmebildkamera als Lebensretter, bei der Suche nach vermissten Personen, eingesetzt. Er wird aber auch von Landwirten angefordert um Rehkitze vor der Ernte in den Feldern aufzuspüren. „Jedes Jahr werden ca.100.000 Rehkitze während der Mähsaison in Deutschland durch Landmaschinen getötet. Durch die Luftaufklärung werden zum einen die Tiere geschützt, aber auch die Landwirtschaft. Beim Mähen verletzte oder getötete Rehkitze können das Mähgut mit Borreliose Bakterien verunreinigen. Wird das Mähgut an Nutztiere verfüttert besteht akute Infektionsgefahr. In der Vergangenheit mussten wegen der Infektionskrankheiten bereits mehrere landwirtschaftliche Betriebe geschlossen werden“ erzählt Mathias Leske am Telefon.

 

 

Koptergrafie ist also nicht nur für Photovoltaik und Industrie ein effizientes Hilfsmittel zur Anlagenanalyse, sondern leistet darüber hinaus auch hervorragende Dienste bei Natur-, Tier- und Menschenschutz. Nur als Paketlieferant taugt der Kopter anscheinend wirklich nicht.

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